Emu- Audifikate
Wasser – kann man Wolken hören?
Experimentelle Kunst Universität Ulm
in Zusammenarbeit mit „Die Junge Akademie“
Galerie The Laboratorium Musisches Zentrum Universität Ulm
Vernissage: 3. Nov. 2005 18 Uhr
Dauer der Ausstellung: 3. Nov. 05 bis 13. Apr. 06
Ort: Universität Ulm, Oberer Eselsberg, M24 (Café Nord)
Eröffnung: Frederick William Ayer, Kurator der Galerie
Einführung: Katharina Landfester, Organische Chemie III Universität
Ulm
Koordination: Dieter Trüstedt, Musisches Zentrum Universität Ulm
Ausgestellt werden in diesem kunst-wissenschaftlichen Projekt 13 Audifikate
zum Thema Wasser. Audifikate sind Bilder oder Poster, die Modelle, Formeln oder
Meßreihen aus der Naturwissenschaft sowohl grafisch als auch akustisch
darstellen. Die Ausgangsfragen lauten: Wie klingt ein Wassermolekül? Wie
klingt Eis? Wie klingt eine Wolke? Wissenschaftler und Künstler aus Ulm
und München haben in diesem ungewöhnlichen Experiment den Tanz der
Moleküle belauscht und Daten einer Zirrus-Wolke in Klänge und in Musik
übersetzt.
Normalerweise werden in der Naturwissenschaft die entdeckten Phänomene
zunächst in Zahlenreihen, dann in Kurven und schließlich in Formeln
notiert und sichtbar aufgeschrieben. Mit Hilfe der Audifikation wird versucht
diesen Erkenntnisprozess auch mit dem Ohr zu begleiten.
Jörg Schäffer (Biochemiker und Komponist) und Jutta Köhler (Chemikerin
und Künstlerin) widmen sich in diesem Projekt den Rotations- und Schwingungfrequenzen
eines Wassermoleküls („Kaffeemaschine“), den Orbitalenergien
des Wasser („Wasserklavier“) und den drei Phasen des Wassers („Aggregate“).
Hierbei werden unter anderem die molekularen Schwingungsfrequenzen durch fortschreitende
Oktavierung in hörbare Frequenzen transformiert.
Dieter Trüstedt (Physiker und Künstler) hat ein „Laptop-Ensemble“
der EMU (Experimentelle Musik Universität Ulm) zusammengestellt, um die
Meßdaten eines NASA-Fluges durch eine Zirruswolke in 10 km Höhe in
Töne umzusetzen und als Musik wiederzugeben. Mit Hilfe eines Computerprogrammes
(Pure Data, Puckette Miller, Universität San Diego) werden die 8400 Daten
transformiert und skaliert, um Tonhöhen und Klangfarben zu steuern. Die
sieben Zirruswolken-Spieler (Studenten der Universität, Wissenschaftler
und Künstler) musizieren diese Daten sowohl mit Computermäusen auf
den Bildschirmen als auch mit angeschlossenen Klaviaturen. In einem Video-Mitschnitt
(Aufführung vom 1. Oktober 2005 im Carl Orff Auditorium München) wird
diese Musik während der Ausstellungsdauer präsentiert. Zur Eröffnung
wird das Wolkenstück „Zirrus“ nochmals von der EMU live gespielt.
Thomas Koop (Wissenschaftler an der Universität Bielefeld) hat die Daten
der Zirruswolke bereitgestellt und kommentiert. Sein Vortrag zur Zirrus-Wolkenbildung
im Stadthaus Ulm (21. Juli 05) ist in einem eigenen Audifikat zu sehen und zu
hören.
Fridhem Klein, München, zeigt mehrere Aquarelle zum Thema Wasser –
entstanden in besonderen Witterungen, im Wasser, bei Kälte und im Einfluß
der Gravitation.
Katharina Landfester (Wissenschaftlerin, Universität Ulm) hat die Gesamtleitung
des Projektes übernommen – in Zusammenarbeit mit „Die Junge Akademie“.
Sie wird während der Vernissage in das Thema einführen. „Die
Junge Akademie“ ist eine Gruppe von 50 Wissenschaftlern aus allen Fachbereichen,
die neue Dinge wagen, interdisziplinär und auch als Schnittstelle zur Gesellschaft,
den öffentlichen Diskurs suchend. Ideen für die Zukunft - so ist der
Forschungsansatz.
Audiopreview
http://www.uni-ulm.de/emu/projekte/wasserprojekt/ausstellung.htm
|